Die Empfehlungen » Fantasy http://die-empfehlungen.net http://www.die-empfehlungen.net Fri, 06 Jun 2008 11:01:39 +0000 http://wordpress.org/?v=2.5.1 en Meisterhafter Abschluss http://die-empfehlungen.net/2008/05/25/lmeisterhafter-abschluss/ http://die-empfehlungen.net/2008/05/25/lmeisterhafter-abschluss/#comments Sun, 25 May 2008 11:00:02 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/?p=135 Rezension zu „Die Meisterin“ von Trudi Canavan

Warnung: Sollten Sie die beiden Vorgängerbände noch nicht kennen, besteht die Gefahr, dass Sie durch Lesen dieser Inhaltsangabe Dinge erfahren, die die anderen Bücher an Spannung verlieren lassen.

Inhalt:

Sonea steht kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung. Aus ihrem unterkühlten Verhältnis zu ihrem Mentor Akkarin ist mittlerweile eine Freundschaft geworden und Sonea vertraut dem hohen Lord, der entgegen der Gildevorschriften schwarze Magie praktiziert.

In Kyralia treibt gerade ein Serienmörder sein Unwesen und Sonea erfährt, als sie sich mit Akkarin an dessen Spuren heftet, dass es sich in Wahrheit um mehrere Mörder handelt. Diese stammen aus dem Nachbarland Sachaka. Dieses Land wurde vor Jahrhunderten in einem Krieg durch die Gilde besiegt und sinnt nun nach Rache. Akkarin befürchtet, das der Angriff kurz bevorsteht.

Rezension

Trudi Canavan schließt ihre Trilogie würdig ab. Die bekannten Stärken werde ich hier nur kurz ausführen: Spannende Schreibe, flüssiger Stil, erstklassige Charakterisierungen. Daran hat sich auch in diesem Roman nichts geändert. Besonders gut, finde ich die Destruktion des Bösewicht Akkarin hin zu einem „Helden“. Überhaupt erweist es sich als sehr angenehm, dass die Charaktere über ihre Handlungen nachdenken und sich nicht als Gehilfen des Schicksals betrachten.

Es gibt jedoch einen Unterschied zu den vorherigen Bänden. Die Handlung beginnt diesmal relativ schnell, und es passiert mal richtig was. Die vielen Handlungsebenen (Cery, Dannyl, Sonea, Rothen) führen nicht zu Verwirrung (was für sich schon eine Leistung ist), sondern präsentieren alle eine eigene, aber im großen Kontext stehende Geschichte, die sich überaus spannend liest.

Fazit

Zu diesem Roman gibt es wenig zu sagen. Schön, dass das wenige nur Gutes ist: Ordentliches Handlungstempo, gute Spannung, gute Charakterisierungen. Stilistisch sauber. Keine Möglichkeit für Punktabzug. SEHR GUT (1,0).

Bibliographishe Daten

Trudi Canavan: Die Meisterin.
Blanvalet, 2007, 700 Seiten, Trade-Paperback.
ISBN: 978-3442243969

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Rebellische Weiterentwicklung http://die-empfehlungen.net/2008/05/18/lrebellische-weiterentwicklung/ http://die-empfehlungen.net/2008/05/18/lrebellische-weiterentwicklung/#comments Sun, 18 May 2008 11:00:03 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/?p=134 Rezension zu „Die Novizin“ von Trudi Canavan

Inhalt

Der Roman „Die Novizin“ setzt die Geschichte aus „Die Rebellin“ fort. Sonea ist in die Gilde aufgenommen und von Rothen auf ihren Eintritt in den Unterricht vorbereitet worden. Mit Beginn des neuen Schuljahrs tritt sie in die Klasse der Novizen ein.

Aufgrund ihrer Herkunft aus den Hüttenvierteln wird sie von den aus besseren Häusern stammenden Novizen immer wieder angefeindet. An der Spitze dieser Bewegung steht Regin. Dieser ist ebenso wie Sonea sehr begabt und so entspinnt sich zwischen den beiden ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf.

Während Sonea in der Gilde um Anerkennung kämpft, erhält Dannyl einen Botschafterposten und versucht die Reisen Akkarins nachzuvollziehen.

Rezension

Die Rezension zu diesem Roman fällt relativ kurz aus. Als Fortsetzung von „Die Rebellin“ weißt „Die Novizin“ die gleichen Stärken und Schwächen auf. Der Roman ist spannend geschrieben und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind gut und vielseitig charakterisiert. Lediglich einige Mitschüler Soneas werden auf ihre Funktion reduziert, was dem flüssigen Lesefluss aber eher zu Gute kommt.

Leider wurde auch eine Schwäche aus dem Vorgänger übernommen. Der Story braucht etwas Zeit bis sie endlich Fahrt aufnimmt. Im Prinzip lässt sich die erste Hälfte des Romans auf „Sonea wird von ihren Mitschülern nicht anerkannt“ reduzieren. Da aber nicht alle aus „Die Rebellin“ übernommenen Figuren neu beschrieben werden müssen, wirkt die „Handlungsbeschleunigung“ etwas besser als beim Vorgänger.

Fazit

Wie der Vorgänger: Ein Roman mit guter Spannungskurve, erstklassigen Charakterisierungen und etwas zu langsamer Handlungsentwicklung. Für mich etwas weniger voraussehbar als der Vorgänger, weshalb es auch eine etwas bessere Note gibt: GUT + (1,7).

Bibliographische Daten

Trudi Canavan: Die Novizin.
Blanvalet, 2007, 604 Seiten, Trade-Paperback.
ISBN: 978-3442243952.

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Gut, aber nicht rebellisch http://die-empfehlungen.net/2008/03/09/gut-aber-nicht-rebellisch/ http://die-empfehlungen.net/2008/03/09/gut-aber-nicht-rebellisch/#comments Sun, 09 Mar 2008 11:00:48 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2008/03/09/gut-aber-nicht-rebellisch/ Rezension zu die Rebellin von Trudi Canavan

Inhalt

In Imardin, der Hauptstadt Kyralias, herrscht eine klare Zweiklassengesellschaft. Auf der einen Seite die Adligen, aus denen sich auch die meisten Druiden rekrutieren, auf der anderen Seite das Hüttenvolk, das in ärmlichen Siedlungen vor der Stadtmauer haust. Dieses wird von den Adligen verachtet, niemand kümmert sich um die Belange der Armen.

Dies ändert sich, als bei einer Auseinandersetzung zwischen Magiern und Hüttenvolk die junge Sonea ihre magischen Fähigkeiten entdeckt und einen Druiden verletzt. In der Druiden-Gilde entscheidet man sich, Sonea zu suchen und auszubilden. Die Gründe dafür sind zweierlei: Zum einen droht Soneas Gabe sie und ihre Umwelt zu gefährden. Zum anderen hofft man so, den ramponierten Ruf der Gilde aufpolieren zu können. Aufgrund des schlechten Rufes der Gilde in den Hüttenvierteln, glaubt Sonea die Druiden wollten sie töten. So beginnt ein Versteckspiel Soneas vor den Druiden, bei dem sie von den Dieben unterstützt wird.

Nach monatelanger Suche wird Sonea schließlich von dem Druiden Rothen gefunden, der ihr in letzter Minute zeigen kann, wie sie ihre Magie kontrolliert. Sonea wird in die Gilde gebracht, wo sie eine Grundausbildung erhält, und auf eine schwerwiegende Intrige stößt…

Rezension

Die Rebellin ist der Debut-Roman von Trudi Canavan. Trotzdem liest man einen relativ routinierten Fantasy-Roman. Das Setting erinnert an das Mittelalter und auch die Story-Line wirkt bekannt: Normalbürgerin aus den unteren Schichten wird zur Heldin.

Dennoch erhält der Leser einen spannenden Roman. Die große Stärke sind die erstklassigen Charakterisierungen der Figuren. Alle Hauptpersonen wirken glaubhaft, ihre Handlungen scheinen stimmig. Die weiteren Punkte zum Roman lassen sich schnell zusammenfassen.

Das Setting wirkt bekannt, ist aber plastisch geschildert. Der Roman lässt sich flüssig lesen. Die Spannung bleibt, abgesehen von einer Ausnahme, konstant gut. Leider leidet sie unter der einzigen Schwäche des Romans: Es passiert sehr wenig.

Über die Hälfte des Romans jagen die Druiden Sonea, bis sie sie schließlich finden. Bis dahin liest man mehrmals das Muster „Druiden sind nah dran, Sonea entwischt in letzter Sekunde“. Hier wäre weniger mehr gewesen. Verstärkt wird dieser Effekt durch das Wissen des Lesers, dass „Die Rebellin“ der erste Teil einer Trilogie ist; der nächste Teil heißt „Die Novizin“, folglich ist unschwer vorauszusagen wie die Jagd auf Sonea endet.

Fazit

Stilistisch sauber geschriebener Debütroman mit guten Charakterisierungen, die teilweise das Handlungstempo zu stark abgrenzen. Nicht rebellisch, aber GUT (2,0).

Bibliographische Daten

Trudi Canavan: Die Rebellin.
Blanvalet, 2006, 541 Seiten, Trade-Paperback.
ISBN: 978-3570303283

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Gasthof für geruhsame Esser http://die-empfehlungen.net/2007/12/02/gasthof-fur-geruhsame-esser/ http://die-empfehlungen.net/2007/12/02/gasthof-fur-geruhsame-esser/#comments Sun, 02 Dec 2007 11:00:45 +0000 Janka Ptacek http://die-empfehlungen.net/2007/12/02/gasthof-fur-geruhsame-esser/ Rezension zu “Das Erste Horn - Das Geheimnis von Askir - Band 1″ von Richard Schwartz

Inhalt

Der Roman beginnt im Gasthof „Zum Hammerkopf“. Havald, der Erzähler der Geschichte, die magiekundige Leandra und weitere mehr oder weniger ehrbare Männer und Frauen retten sich vor einem Schneesturm ins Warme. Was als kurze Rast gedacht war, wird zu einer tagelangen Nervenprobe. Eingeschneit taxieren sich die Gäste, lernen sich zwangsweise näher kennen, lieben und fürchten. Je länger der Aufenthalt dauert, um so mehr Seltsames fördert dieser Umstand zutage.

Aber nicht nur die Gäste, auch der Gasthof birgt Geheimnisse.

Mit dem ersten Toten gewinnt das unterschwellige Grauen zum ersten Mal an Gestalt. Entdeckungen im alten Gemäuer lassen Schlüsse auf einen viel größeren Zusammenhang zu. Die Vergangenheit des Gasthofs, aber auch die von Havald und den anderen Gästen rückt nach und nach ins Licht der Gegenwart und bildet einen düsteren Ausblick auf die Zukunft. Magie liegt in der Luft und scheint auch das Wetter fest im Griff zu haben.

Als die Masken der wahren Schurken fallen, kommt es zu einem blutigen Kampf und einem gefährlichen Wettrennen. Der Weg zum magischen Quell des Übels führt tief unter die Erde. Gut kämpft gegen Böse. Alt gegen Jung. Tote gegen Lebende. Am Ende gibt es viele Tote zu beklagen. Die Schlacht ist gewonnen, doch eine andere hat gerade erst begonnen.

Rezension

“Das Erste Horn” hat mich in mehrfacher Hinsicht überrascht. Erstens, weil ich trotz des Buchrückentexts einfach nicht hatte glauben wollen, dass sich Dreiviertel der Geschichte in einem Gasthof abspielt. Zweitens, weil es nichtsdestotrotz spannend war. Und drittens, weil zwar die Story am Ende von Band 1 abgeschlossen ist, die Figuren aber noch viele Fragen aufwerfen und ich doch befriedigt war.

Ein hilfreicher Umstand war sicherlich, dass ich keine Phobie gegen Icherzähler habe. Richard Schwartz beherrscht im Gegensatz zu manch anderem gedruckten Autor die Regeln der Perspektive und lässt den Leser ganz und gar in die Rolle dieses geheimnisumwitterten Mannes namens Havald schlüpfen. Mit ihm zusammen erleben wir aus zynisch-humorvollem Blickwinkel das Geschehen. Fühlen seine Weltenwandermüdigkeit, das langsame Erwachen der Lebensgeister und die am Ende geöffnete Blüte einer neuen Liebe.

Dieser Roman glänzt nicht durch Innovationen, sondern durch seine intensive Ausführung klassischer Elemente. Ein scheinbar zufälliger Haufen wird nach dem Big Brother Prinzip auf engstem Raum zusammengepfercht. Dann wartet man, bis die Sache eskaliert. Ein seelisch verwundeter Held, eine energische Schönheit, die sich heimlich nach starken Armen sehnt, der Helfer im Dunkeln Umhang, der in der Ecke sitzt und beobachtet, und ein grobschlächtiger Bösewicht der keiner ist. Natürlich dürfen auch ein paar eingesprengselte Tolkienwesen nicht fehlen. Aber da belässt es Schwartz bei einer relativ geringen Dosis.

Viele Details füllen den Roman und trotzdem erscheinen sie mir nur selten als unnötiger Ballast. Bravo, das hat Markus Heitz mit „Die Zwerge“ bei mir nicht geschafft. Ein, zwei logische Pünktchen sind mir gegen Ende zwar aufgestoßen, im Ganzen betrachtet war das aber nur ein Schluckauf, mehr nicht.

Fazit

Kein überopulentes Fantasywerk, kein Feuerwerk der Innovationen - sondern gute bodenständige Kost, die satt und zufrieden macht. Gut (2,0).

Bibliographische Daten

Richard Schwartz: Das Erste Horn.
Piper, 2006, 397 Seiten, Broschiert.
ISBN: 978-3492266062

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Endzeitstimmung http://die-empfehlungen.net/2007/11/04/endzeitstimmung/ http://die-empfehlungen.net/2007/11/04/endzeitstimmung/#comments Sun, 04 Nov 2007 10:00:05 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2007/11/04/endzeitstimmung/ Rezension zu “Lumen” von Christoph Marzi

Inhalt

Auch der dritte Teil der Lycidas Trilogie dreht sich wieder um Emily Laing und ihre Gefährten. London wird durch ominöse Nebelerscheinungen bedroht. Diesen Nebeln ist es möglich, Menschen zu übernehmen und dem Träger ihren Willen aufzuzwingen. Eine Gruppe an Nebeln übernimmt einen Krankenpfleger und lässt diesen Mia Manderly töten, so dass die alte Fehde zwischen den Häusern Manderly und Mushroom wieder ausbricht.

Neben dem Tod ihrer Mutter muss Emily Laing noch weitere Schicksalsschläge verkraften. Ihr Freund Adam Stewart beendet die Beziehung. Schlechte Voraussetzungen, um in Erfahrung zu bringen, wer sich hinter den Nebeln verbirgt, vor allem, weil weitere Gegenspieler auftauchen. Der Weg zur Rettung Londons führt über die Uralte Metropole und die Hölle nach Prag. Während ihren Ermittlungen müssen Emily und Wittgenstein feststellen, dass vieles nicht so ist, wie es zu sein scheint.

Rezension

Der dritte Teil der Lycidas-Trilogie ist wohl der dunkelste. Zu Beginn muss Emily Laing nicht nur den Tod ihrer Mutter verkraften, sondern auch die Trennung von ihrem Freund Adam Stewart. Einziger Lichtblick ist die Tatsache, dass die Freundschaft zu Aurora, die in den letzten Jahren etwas gelitten hat, wieder stärker wird. Im Angesicht der Gefahr, in der London schwebt, ist dies jedoch nur ein kleiner Lichtblick. »Die Welt ist eine Lügnerin«, immer wieder müssen die Protagonisten erfahren, wie stimmig dieser Satz ist, stellen sich doch Verbündete als Feinde heraus.

Wieder einmal liegt es an Emily Laing, ihrem Mentor Wittgenstein sowie ihren Freunden, London zu retten. Wie schon in den anderen Teilen der Trilogie verwebt Marzi verschiedene Mythen und Sagen miteinander. Diesmal sind es Geschichten um den Erzengel Gabriel, den Golem des Rabbi Löw, sowie das Bildnis des Dorian Gray. Auch mit Verweisen auf die Literatur geizt der Autor nicht, so trifft man in Prag auf eine Figur, die vielen Lesern aus einem Kafka-Roman bekannt vorkommen wird.

Die Charakterisierungen der Figuren sind, wie gewohnt, gut. Besonders stark werden die Emotionen hervorgehoben, da Freud und Leid sehr dicht beieinander liegen.

Das Buch bietet gewohnte Marzi-Qualität. Das ist einerseits gut, anderseits auch irgendwann monoton. Vieles kommt dem Leser irgendwie bekannt vor, manches wirkt aufgewärmt. Mr. Fox und Mr. Wolf, die Lakaien Liliths, sind einfach nur noch nervig. Weil sie es schaffen, eine interessante Information über zwei Seiten auszubreiten. Als Leser ist man geneigt in das Buch hineinzuspringen und den beiden einen Punkt zu schenken. Auch in Prag trifft man auf alte Bekannte, und das Ganze wirkt wie ein Picknickausflug der üblichen Verdächtigen.

Nichtsdestotrotz bleibt die Geschichte gut zu lesen und spannend. Viel mehr als der 5. alte Bekannte, der auftaucht, ist es eine andere Kleinigkeit, die störend wirkt. In Lumen wimmelt es nur so von suizidalen Hauptpersonen. Es scheint in Mode zu sein, sich für die gute Sache, oder gar für die Liebe zu opfern.

Achtung wichtige Information die den Lesespaß beeinträchtigen könnte:show

Am Ende stellt sich alles als eine große Verschwörung heraus, bei der sich jeder gegen jeden verschworen hat. Viele Zufälle erweisen sich als geplant. Für meinen Geschmack ein paar Zufälle zu viel.

Fazit

Lumen ist kein schlechter Roman. Lesern, die Lycidas und Lilith kennen, wird einiges bekannt vorkommen. Manchmal wirken Entscheidungen allerdings handlungsbestimmt. Lumen ist gut, fällt aber im Vergleich zu den Vorgängerbänden deutlich ab. GUT – (2,3).

Bibliographische Daten

Christoph Marzi: Lumen.
Heyne, 2006, Trad-Paperback, 798 Seiten.
ISBN: 978-3453810815

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Power-Fantasy http://die-empfehlungen.net/2007/10/14/power-fantasy/ http://die-empfehlungen.net/2007/10/14/power-fantasy/#comments Sun, 14 Oct 2007 10:00:38 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2007/10/14/power-fantasy/ Rezension zu Neil Gaimans „Sternwanderer“

Inhalt

Das Dorf Wall liegt an der Grenze zum Feenland. Wie viele andere Männer auch, ist Tristran Thorn unsterblich in die Dorfschönheit Victoria verliebt. Diese schlägt seine Avancen jedoch aus. Als beide eine Sternschnuppe sehen, sagt Victoria Tristran zu, ihn zu heiraten, falls er ihr den gefallenen Stern bringen würde. Was die Dame für einen Scherz hält, nimmt der junge Tristran ernst und begibt sich ins Feenland um den Stern zu suchen. Doch nicht nur er macht sich auf die Suche. Eine böse Hexe und drei Königssöhne suchen ebenfalls den Stern, da dieser Macht verspricht. Es kommt zu einem unerbittlichen Wettlauf der Sternenwanderer…

Rezension

Die Idee, die hinter dem Roman steht ist nicht schlecht. Das Muster ist altbekannt, handelt es sich doch im Prinzip um die Suche nach dem heiligen Gral. Die Teilnehmer an dieser Suche sind jedoch gut charakterisiert und haben alle eine eigene, nachvollziehbare Motivation. Das Setting ist auch nicht schlecht, ein Land der Magie, in dem alles möglich zu sein scheint. Eigentlich keine schlechten Vorraussetzungen für einen unterhaltsamen Roman.

Leider wird die gute Grundidee nur mäßig umgesetzt. Manchmal wirkt mir die Geschichte „fantastisch auf Krampf“, es überbieten sich unglaubliche Geschichten nacheinander und irgendwann wird es einfach zu viel.

Am Anfang werden relativ schnell drei Handlungsebenen eröffnet, die ihre Protagonisten ausführlich vorstellen. Was dazu führt, dass wir zwar wissen, wer alles mitspielt, aber irgendwann auch mal wissen wollen, was das nun alles miteinander zu tun hat. Der Roman braucht eine gefühlte Ewigkeit bis er „in die Gänge kommt“.

Es folgt eine Jagd nach dem Stern, in dem eine Handlungsebene die andere an unglaublichen Ideen zu toppen versucht, und irgendwie nimmt das Schicksal immer eine für Tristran Thorn günstige Wendung. Es ist irgendwie das klassische Hollywood-Muster. Ein anfänglich unscheinbarer Held überwindet alle Schwierigkeiten.

Leider ist die Welt des Feenlandes zwar bunt, die Moral dahinter aber nicht. Es gibt den naiven Tristran der niemandem Böses will, die Königssöhne die zwar eine seltsame Auffassung von Ehre habe, aber sich immerhin nur untereinander umbringen, und die böse Hexe ohne Skrupel.

Am Ende steht die böse Hexe allein dar, Tristran ist glücklich, und auch ein Thronfolger für die verwaiste Burg Stormhold wird gefunden. Ende gut – alles gut.

Neben diesen inhaltlichen Schwächen, ist auch der Schreibstil – für Neil Gaiman ungewohnt – etwas hakelig. Zeitweise wirkt die Sprache auf Krampf altmodisch, teilweise nehmen die Sätze Bandwurmlänge an. Ob dies nun an einer schlechten Übersetzung oder an mangelnder Fähigkeit des Autors liegen mag, kann ich nicht beurteilen. Coraline liest sich zumindest wesentlich flüssiger.

Fazit

Nette Idee, die irgendwie nicht in die Gänge kommt und teilweise stilistisch hakt. LAU + (3,7).

Bibliographische Daten

Neil Gainman: Sternwanderer.
Heyne, 2007, 240 Seiten, Taschenbuch.
ISBN: 978-3453501416

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Bücher über Bücher http://die-empfehlungen.net/2007/08/25/tintenherz/ http://die-empfehlungen.net/2007/08/25/tintenherz/#comments Sat, 25 Aug 2007 10:00:21 +0000 Stefanie Rafflenbeul http://die-empfehlungen.net/2007/08/25/tintenherz/ Rezension zu Cornelia Funkes “Tintenherz”

Inhalt

Das Mädchen Meggie lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem Haus voller Bücher und Geheimnisse. Vor Jahren verschwand ihre Mutter, und ihr Vater, genannt Mo oder Zauberzunge, liest ihr aus keinem Buch mehr vor, ganz gleich wie viel Meggie auch bettelt.

In einer unheimlichen Nacht taucht ein Mann namens Staubfinger bei Meggie und Mo auf. Er erzählt ihrem Vater vom bösen Capricorn und Mo reist direkt am nächsten Tag mit Meggie nach Süden, um den Schergen Capricorns zu entkommen.

Sie fliehen in ein noch größeres Haus mit noch mehr Büchern, zu ihrer Verwandten Elenor. Doch die Schatten folgen ihnen und finden sie. Die Vergangenheit holt Mo ein, er wird entführt. Meggie und Elenor bleiben verzweifelt zurück. Wird es ihnen gelingen Mo zu retten? Und kann Mo wirklich Kraft seiner Stimme Wesen aus Tinte aus den Büchern in die reale Welt locken?

In dem Buch „Tintenherz“ scheinen sich die Antworten zu befinden. Überhaupt dreht sich alles nur um dieses eine Buch, das Capricorn so verzweifelt besitzen möchte. Doch Mo hat das Buch nicht bei sich, als er entführt wird. Es befindet sich in der Obhut von Meggie und damit gerät Meggie in tödliche Gefahr.

Rezension

Wenn es um die Grundregeln des Schreibens geht, um die simplen Fragen, die man schon in der Schule gelernt hat: „Wer“ tut „was“ „wem“ „wie“ „wo“ und „warum“? so ist Cornelia Funke eine Meisterin des „Wie“. Ihr Schreibstiel besticht mit zauberhaften, passenden Bildern den Leser, die Tinte auf dem Papier zu vergessen und ganz und gar in eine andere, phantastische Welt voller Rätsel und Wunder einzutauchen.

Auch wenn der Roman an manchen Stellen logische Schwächen hat, ist man sofort bereit der Schriftstellerin zu vergeben, denn sie schenkt dem Leser Blumen aus Feuer, Nächte aus Samt, zartgliedrige Feen, dichte Charaktere und eine Spannung, die besonders im ersten Teil zu einem magischen Band wird, das den Leser durch die Geschichte zieht.

Mit diesem Werk hat Cornelia Funke bewiesen, dass sie sich vom Können her nah an einer J. K. Rowling befindet und mit zu den besten Schriftstellerinnen weltweit zählt.

Hundert Bilder für Furcht finden sich in diesem Roman und keines davon wirkt aufgesetzt oder bemüht. Die offenen Fragen am Ende münden in den zweiten Teil, der jedoch von der Spannung her das Niveau des ersten Bandes nicht halten kann.

Das Buch ist von Cornelia Funke selbst illustriert. Hier kann man sich noch mehr Bilder wünschen, denn die gelernte Buchillustratorin versteht auch auf diesem Gebiet, was sie tut. In einem eigenen, verspielten Zeichenstiel, gibt sie Figuren wie „Staubfinger“ oder den „weißen Frauen“ ein Gesicht. Text und Zeichnungen passen gut zusammen und regen die Vorstellungskraft des Lesers an.

Ebenso wie „Harry Potter“ und „Die unendliche Geschichte“ liegt hier ein Buch vor, das die Kraft hat, junge und ältere Leser mit seiner Phantasie und Ausdrucksfreude zu begeistern.

Bibliographische Daten

Cornelia Funke: Tintenherz
Dressler-Verlag, 2003, 573 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3791504650

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Tierisches Märchen http://die-empfehlungen.net/2007/08/19/tierisches-marchen/ http://die-empfehlungen.net/2007/08/19/tierisches-marchen/#comments Sun, 19 Aug 2007 10:00:25 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2007/08/19/tierisches-marchen/ Heute präsentieren wir wieder eine Leseprobe. Der Fabylon-Verlag war so freundlich uns die ersten Seiten eines aktuellen Titels zu Verfügung zu stellen.

“Der Pakt der Mäuse” von Uwe Gehrmann ist ein tierisches Märchen.

Den Inhalt beschreibt der Verlag folgendermaßen:

Fast zweihundert Jahre lang hat das ehrwürdige Haus in dem verwilderten, träumenden Garten leer gestanden und sein düsteres Geheimnis wohl bewahrt. Doch dann zieht ein Menschenpaar mit zwei Katern ein und stellt alles auf den Kopf. Die heile Welt der Mäuse gerät aus den Fugen, und der Geist eines Zauberers aus alter Zeit erwacht und verlangt, freigelassen zu werden. Er will nichts Geringeres als die Weltherrschaft …

Pakt der Mäuse (PDF)

Bibliographische Daten

Uwe Gehrmann: Der Pakt der Mäuse.
Fabylon, 2007, 352 Seiten, Taschenbuch.
ISBN: 978-392707112-4

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Sagen-hafte Blutsauger http://die-empfehlungen.net/2007/08/12/sagen-hafte-blutsauger/ http://die-empfehlungen.net/2007/08/12/sagen-hafte-blutsauger/#comments Sun, 12 Aug 2007 10:00:18 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2007/08/12/sagen-hafte-blutsauger/ Rezension zu “Lilith” von Christoph Marzi

Inhalt

Seit der Manderly-Krise, wie die Ereignisse um den Lichtlord Lycidas mittlerweile betitelt werden, sind 4 Jahre vergangen. Emily Laing hat, im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Aurora, öfters mal Probleme in der Schule und ist immer noch Außenseiterin. So kommt es ihr nicht unrecht, dass sie, zusammen mit ihrem Mentor Wittgenstein, um Hilfe bei den Ermittlungen zu einem Mordfall gebeten wird. Als sie das Opfer berührt und dank ihrer Tricksergabe dessen Erinnerungen erlebt, erkennt sie, dass Vinshati (vampirähnliche Wesen) hinter dem Mord stehen.

In den folgenden Tagen geschehen immer mehr Morde in London, ganze Züge und U-Bahnen fallen den Blutsaugern zum Opfer. Maurice Mickelwhite und Aurora brechen auf, um zu erkunden, was hinter dem Einfall der Vampire in London steht – ist den Wiedergängern der Zutritt zur Stadt doch eigentlich untersagt. Als die beiden in Paris verschwinden, machen sich Emily und Wittgenstein auf, um ihre Freunde und die Totenmaske Liliths zu suchen, die - so ergibt es sich aus alten Schriften - Lilith wiedererwecken und sie die Vampire bannen lassen könnte…

Rezension

Ganz im Stile Lycidas’ verbindet Christoph Marzi auch in Lilith altertümliche Mythologie mit der Gegenwart. Nachdem im ersten Teil die christlich-abendländische Mythologie den Schwerpunkt bildete, wird diesmal der Bogen von der ägyptischen Mythologie über den Vampirmythos der östlichen Balkanländer hin zur Gegenwart geschlagen.

Dabei besinnt sich der Autor der Stärken des Vorgängerbandes und erschafft wieder eine Welt, in der gut charakterisierte Figuren dafür garantieren, dass kein langweiliges S/W-Schema auftaucht. Oftmals ist unklar wer Gut und wer Böse ist, was einfach daran liegt, dass keiner der Charaktere rein Gut ist. Alle Protagonisten haben nachvollziehbare Motive für ihr Handeln, das sich nie als „rein Böse“ klassifizieren lässt.

Wie schon der Vorgänger ist Lilith gut und spannend geschrieben. Da ich die Stärken von Lycidas schon in der entsprechenden Rezension ausgeführt habe, verweise ich an dieser Stelle einfach hierauf. Lilith nimmt alle Stärken auf. Daneben schafft Marzi es aber auch, von mir für Lycidas konstatierte Schwächen auszumerzen.

Der Übergang zwischen den einzelnen Abschnitten ist fließender, so dass kein „Ende auf Krampf“ erfolgen muss, weshalb die Abschlüsse wesentlich besser und weniger konstruiert erscheinen. Auch das große Finale vermag zu überzeugen. Auch wenn der Finalkampf in meinen Augen zu schnell abgehandelt wird, so ist das Ende noch wesentlich besser als das des Vorgängers, da diesmal nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen zurückbleiben.

Unnötige Wiederholungen und Probleme bei zeitlicher Logik sind mir nicht aufgefallen. Marzi fasst öfters Geschehnisse aus Lycidas zusammen, ohne das dies unnötig oder störend wirkt.

Geblieben von den Schwächen des Vorgänger-Romans ist leider Marzis Drang ins Präsens zu fallen. Bei den Ortsbeschreibungen ist es mir weniger aufgefallen, was jedoch an einem Gewöhnungseffekt liegen kann. Soll jedoch eine Szene hervorgehoben werden, wechselt Marzi ins Präsens. Mir ist durchaus bewusst, dass es sich hierbei um ein beliebtes Stilmittel der Neuzeit handelt, ich halte es jedoch für überflüssig und eher störend. Das ganze Buch ist als Erzählung Wittgensteins gehalten, was erzählt wird ist also schon passiert.

Fazit

Lilith ist ein würdiger Nachfolger von Lycidas, der einen Teil der wenigen Schwächen des Vorgängers ausmerzt. Das Buch ist also noch einen Tick besser, die Note dementsprechend auch: Sehr Gut – (1,3).

Bibliographische Daten

Christoph Marzi: Lilith.
Heyne, 2005, 687 Seiten, Trade-Paperback.
ISBN: 978-3453521353

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Göttliche Magie http://die-empfehlungen.net/2007/07/25/gottliche-magie/ http://die-empfehlungen.net/2007/07/25/gottliche-magie/#comments Wed, 25 Jul 2007 10:00:36 +0000 Wolfgang Ruge http://die-empfehlungen.net/2007/07/25/gottliche-magie/ Rezension zu „Der Stern der Götter“ von Uschi Zietsch

Inhalt

Ausgangssituation

In Erytrien herrscht das Elend. Der grausame und gierige Druide Chaqong unterjocht das Land im Namen des Gottes Shyll und verlangt von dem gemeinen Volk, das kaum genug zu essen hat, hohe Steuern. Da er der mächtigste Magier ist, ist seine Macht unangetastet.

Teil 1: Im Zeichen des Widders

In einer stürmischen Nacht findet ein Bauernehepaar ein Kind vor seiner Tür. Das Namensschild lässt sich nicht ganz entziffern, lediglich die ersten drei Buchstaben “Hal” sind noch zu erkennen. Da Hal den dritten Sohn und somit eine Steuererleichterung darstellt, nehmen sie ihn auf, obwohl er fremdländisch aussieht und furchtbar entstellt ist.
Hal erweist sich als zäh und überlebt die kommenden Jahre. Da er an allem uninteressiert wirkt, übt er trotzt hervorragender körperlicher Konstitution nur den Beruf eines Schweinehirten aus. Als er eines Tages einem entlaufenen Schwein folgt, macht er die Erfahrung über magische Kräfte zu verfügen, er vergisst sie jedoch schnell wieder. Auf dem Rückweg zum Dorf trifft er auf den Fürsten der Burg Xav, der ihn als Stallknecht rekrutiert. In Xav entwickelt der Hetmann Cäetan eine freundschaftliche Beziehung zu Hal, obwohl dieser sich weiterhin an allem Menschlichen uninteressiert zeigt. Als der Druide Chaqong Xav für ein magisches Ritual besucht weckt dies Hals Interesse. Er beobachtet das Ritual verbotener Weise und stört es. Die darauf folgenden, für andere tödlichen Strafen überlebt er. Er betritt den Raum in dem das Ritual stattfand und findet das Buch der Annata Gynvar, welches von einem mächtigen Zauberinstrument – dem Stern der Götter – und dem Hass der Autorin auf Chaqong berichtet. Hal murmelt einen Zauberspruch und löst ein Unwetter aus, das Xav zerstört. Hal verwandelt sich in einen Falken und kann dem Inferno entkommen.

Warnung: Inhaltsangabe bis Buchende:

show

Rezension

Uschi Zietsch entführt den Leser mit “Der Stern der Götter” in die Fantasy-Welt Waldsee. Dort erzählt sie die Geschichte des Bastards eines Gottes und einer Magierin. Diese Geschichte ist höchst verworren und kann in der Zusammenfassung nur sehr verkürzt wiedergegeben werden. Dank einiger überraschender Wendungen bleibt der rote Faden, der sich durch die drei Teile zieht, immer interessant.

Neben diesem Roten Faden (Hal erkennt wer er ist und kämpft erst gegen Chaqong und dann gegen Shyll) werden Geschichten von “normalen” Bürgern Erytriens erzählt. So wird im ersten Teil die Geschichte des Fürsten von Xav erzählt, der sein Volk zwar bemitleidet aber eigene Privilegien nicht aufgeben will. Im zweiten Teil muss die junge Deyra mit unerfüllter Liebe kämpfen, der Fürstensohn Felon findet seine Berufung als Kämpfer für Haldrid Falkon. Und im dritten Teil finden der Sohn Cäetans (Hetman Dunlands) und die Magd Lavynia zueinander. All diese Geschichten sind nicht übermäßig originell, aber sie sind menschlich. Fast jeder wird einen Charakter finden, mit dem er sich identifizieren kann. Leser der SF-Serie “Perry Rhodan” werden die Romane kennen, die Uschi Zietsch unter dem Pseudonym “Susan Schwartz” geschrieben hat, und von daher wissen, dass Menschliches aus ihrer Feder immer schön zu lesen ist.

Die Art wie die Geschichte erzählt wurde, wie um den Hauptcharakter und den Hauptplot herum erzählt wurde, hat mich ein wenig an Patrick Süskinds “Das Parfüm” erinnert. Die Geschichte beginnt mit einem Außenseiter, der sich seinen Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss. Sowohl Grenouille in “Das Parfüm” als auch Haldrid Falkon besitzen zu Anfang beschränkte Fähigkeiten und sind körperlich entstellt. Auch im Folgenden gleichen sie sich. Beide handeln so, wie sie aus ihrer Weltsicht heraus handeln müssen, und übertreten dabei die Grenze des (aus menschlicher Sicht) moralischen Handels.
In der Erzählstruktur finden sich ebenfalls Ähnlichkeiten. Neben dem Roten Faden um Haldrid Falkon weben kleine Geschichten um seine Weggefährten den “Teppich” der Erzählung. Während Patrick Süskind z.B. die Geschichte des Ausbilders Grenouilles erzählt, berichtet Uschi Zietsch z.B. vom Leiden Deyras oder Cäetans.

Das Parfüm erzählt von der Welt der Gerüche – und hat vielleicht gerade deshalb enorme Popularität erreicht. “Der Stern der Götter” erzählt von der Welt der Magie. Ein weit öfter aufgegriffenes Thema. Die Autorin beweist jedoch, dass sie sich auf dem Gebiet auskennt. Die Szenen in denen gezaubert wird sind absolut lesenswert. Die Beschreibungen der magischen Kräfte die aufeinander treffen ist plastisch und farbenfroh gehalten. Der Leser sieht richtig vor sich, wie zwei Drachen miteinander ringen, oder wie Haldrid Falkon versucht aus einem magischen Gefängnis Chaqongs zu entkommen. Vor dem inneren Auge entsteht eine visuelle Symphonie der Magie.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Roman von der im Fantasy-Genre leider sehr oft bemühten Schachbrettmoral abweicht. Keine der Parteien ist rein gut. Es wird auch nicht versucht, eine moralische Rechtfertigung für die unmoralischen Taten Falkons zu geben. Haldrid Falkon ist kein strahlender Held, für die Bevölkerung ist er wahrscheinlich über weite Strecken des Romans nur das kleinere Übel.

Der Stern der Götter ist ein solider Fantasy-Roman, der durch gute Charakterisierungen, eine lebhafte Beschreibung der Magie und ein “menscheln” bei den Nebengeschichten glänzt. Der Stern der Götter ist kein Heldenepos oder eine Geschichte über den Kampf zwischen GUT und BÖSE.

Wer solche Geschichten liest, wird den Roman gerne lesen, ihn als SEHR GUT (1,0) empfinden. Wer eine Geschichte lesen will, in der eine Gruppe rein guter Menschen, gegen einen rein bösen Magier kämpft, sollte sich besser anderweitig umsehen.

Bibliographische Daten

Uschi Zietsch: Der Stern der Götter
Fabylon, 1990, 224 Seiten, Taschenbuch.
ISBN: 978-3927071049

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