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Rezension zu Cornelia Funkes “Tintenherz”

Inhalt

Das Mädchen Meggie lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem Haus voller Bücher und Geheimnisse. Vor Jahren verschwand ihre Mutter, und ihr Vater, genannt Mo oder Zauberzunge, liest ihr aus keinem Buch mehr vor, ganz gleich wie viel Meggie auch bettelt.

In einer unheimlichen Nacht taucht ein Mann namens Staubfinger bei Meggie und Mo auf. Er erzählt ihrem Vater vom bösen Capricorn und Mo reist direkt am nächsten Tag mit Meggie nach Süden, um den Schergen Capricorns zu entkommen.

Sie fliehen in ein noch größeres Haus mit noch mehr Büchern, zu ihrer Verwandten Elenor. Doch die Schatten folgen ihnen und finden sie. Die Vergangenheit holt Mo ein, er wird entführt. Meggie und Elenor bleiben verzweifelt zurück. Wird es ihnen gelingen Mo zu retten? Und kann Mo wirklich Kraft seiner Stimme Wesen aus Tinte aus den Büchern in die reale Welt locken?

In dem Buch „Tintenherz“ scheinen sich die Antworten zu befinden. Überhaupt dreht sich alles nur um dieses eine Buch, das Capricorn so verzweifelt besitzen möchte. Doch Mo hat das Buch nicht bei sich, als er entführt wird. Es befindet sich in der Obhut von Meggie und damit gerät Meggie in tödliche Gefahr.

Rezension

Wenn es um die Grundregeln des Schreibens geht, um die simplen Fragen, die man schon in der Schule gelernt hat: „Wer“ tut „was“ „wem“ „wie“ „wo“ und „warum“? so ist Cornelia Funke eine Meisterin des „Wie“. Ihr Schreibstiel besticht mit zauberhaften, passenden Bildern den Leser, die Tinte auf dem Papier zu vergessen und ganz und gar in eine andere, phantastische Welt voller Rätsel und Wunder einzutauchen.

Auch wenn der Roman an manchen Stellen logische Schwächen hat, ist man sofort bereit der Schriftstellerin zu vergeben, denn sie schenkt dem Leser Blumen aus Feuer, Nächte aus Samt, zartgliedrige Feen, dichte Charaktere und eine Spannung, die besonders im ersten Teil zu einem magischen Band wird, das den Leser durch die Geschichte zieht.

Mit diesem Werk hat Cornelia Funke bewiesen, dass sie sich vom Können her nah an einer J. K. Rowling befindet und mit zu den besten Schriftstellerinnen weltweit zählt.

Hundert Bilder für Furcht finden sich in diesem Roman und keines davon wirkt aufgesetzt oder bemüht. Die offenen Fragen am Ende münden in den zweiten Teil, der jedoch von der Spannung her das Niveau des ersten Bandes nicht halten kann.

Das Buch ist von Cornelia Funke selbst illustriert. Hier kann man sich noch mehr Bilder wünschen, denn die gelernte Buchillustratorin versteht auch auf diesem Gebiet, was sie tut. In einem eigenen, verspielten Zeichenstiel, gibt sie Figuren wie „Staubfinger“ oder den „weißen Frauen“ ein Gesicht. Text und Zeichnungen passen gut zusammen und regen die Vorstellungskraft des Lesers an.

Ebenso wie „Harry Potter“ und „Die unendliche Geschichte“ liegt hier ein Buch vor, das die Kraft hat, junge und ältere Leser mit seiner Phantasie und Ausdrucksfreude zu begeistern.

Bibliographische Daten

Cornelia Funke: Tintenherz
Dressler-Verlag, 2003, 573 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3791504650

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