Zerstörerisches Finale

Rezension zu Sunquest Teil 12 „Pulse“ von Susan Schwartz.

Inhalt

Shanija erreicht die Stele von Majakar. Dort stellt sich ihr Darren Haag in den Weg, der sich als Anhänger einer Sekte entpuppt. POMG, der sich als ehemalige Nano-Technologie in tausende Einzelteile verwandeln kann, legt sich zu staubgroßen Einheiten zerfallen über Darren Haag und neutralisiert so seine PSI-Kräfte. Dadurch gelingt es Shanija Darren zu erschießen.

Als Nächstes stellt sich ihr Corrundur in den Weg. Der Führer der Warner will Shanija aufhalten, lässt sich aber umstimmen Shanija gehen zu lassen und Less durch einen großen PSI-Block zu schützen. So gelangt Shanija unversehrt zur Urmutter. Diese ist mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Schiff verwachsen. Die Kristalle, die PONG gesammelt hat, sind in der Lage die PSI-Kräfte rund um das neue Schiff – die SUNQUEST 2 – aufzuheben.

Die SUNQUEST 2 hebt ab. Shanija lässt Kurs auf die Erde setzen, als sich die Passage – ein Spalt zwischen zwei Universen öffnet. Aus diesem scheint ein grausames Wesen zu kommen. Shanija überlässt der Urmutter den Speicherkristall mit ihren von den Quinternen gesammelten Daten und steigt in ein Beiboot. Sie fliegt auf den Riss zu und setzt die Sonnenkraft ein. Die Passage schließt sich und Shanija landet wieder auf Less.

Dort trifft sie auf Mun, As’mala und Seiya, die alle wohlauf sind. Als Retterin Less‘ hat sie einen neuen, gehobenen Status und wird von allen auf Händen getragen. Ihr erster Weg führt zu Earl Haag, Darrens Vater und Großvater des noch ungeborenen Kindes von Shanija und Darren…

Rezension

Darren Haag als Verräter zu enttarnen ist ein dramaturgisch genialer Kniff, der wohl für alle Leser der Serie sehr überraschend kam. Die Reaktion Shanijas auf diese für sie wohl schreckliche Nachricht fällt höchst nüchtern aus. Innerhalb von ein paar Sekunden denkt sie wieder an ihren Auftrag; Milliarden Menschen einer Erde zu retten, die in Rückblenden erneut grausam erscheint. Shanija ist in diesem Moment ein Automat, keine menschliche Identifikationsfigur. Das PONG auf einmal aus Nano-Teilen besteht habe ich entweder bisher überlesen oder es ist neu. Da er diese Fähigkeit bisher noch nicht eingesetzt hat, wirkt diese Erkenntnis wie ein Deus ex Machina. Wenn du glaubst es geht nicht mehr, holt PONG von irgendwo eine neue Fähigkeit her…

Nun ja, es geht weiter. Corrundur, ein komischer Kerl mit Maske taucht auf. Nun ja, er ist recht schnell überredet. Also geht Shanija weiter und trifft auf die Urmutter. Natürlich verstehen sich die beiden sofort blendend und dank PONG hebt die Sunquest 2 ruckzuck ab. Alles geht wunderbar glatt. Zu glatt, um spannend zu sein.

Mitten im Weltraum erkennt Shanija auf einmal ihre Liebe zu Less. Sie vertraut ihren Datenkristall, für den sie vor ein paar Seiten noch ganz Less geopfert hätte, der Urmutter an, die sie seit ein paar Stunden kennt und steigt in ein Beiboot und schließt die Passage. Wieso, weshalb, warum? Ich habe keine Ahnung. Aber seit den letzten Romanen habe ich mich eh mit der Idee angefreundet, von Shanija keine Logik zu erwarten. Am Ende landet Shanija auf Less. Ende gut, alles gut – zumindest im Sunquest–Universum. In der Realwelt sieht es anders aus. Ich habe mich durch den letzten Teil der Serie richtig durchquälen müssen. Viel ist von der Skurrilen Welt am Anfang der Serie nicht übrig geblieben. Less zeigt sich als ein Planet voller Verrückter. Dadurch ist der Abschluss nicht sonderlich spannend. Sowohl das Schicksal dieses Mondes voller Irrer als auch das von Shanija Ran haben mich am Ende nicht sonderlich interessiert.

Fazit

Dem Abschluss der Serie fehlt so ziemlich alles, was die Serie am Anfang ausgezeichnet hat. Lediglich der dramaturgische Kniff mit Darren Haag verhindert die schlechteste Note. MIES (5,0).

Generelles Fazit zur Sunquest-Serie

Die Serie startet gut und baut zum Ende immer mehr ab. Verwundert hat mich, dass die jüngeren Autoren in meinen Augen weit bessere Leistungen als die arrivierten geboten haben. Darüber hinaus führte das lose Konzept der Serie vielleicht dazu, dass am Ende krampfhaft ein Zusammenhang hergestellt werden musste. Der nächste Zyklus soll Quinterna heißen. Es wird wohl um die Feinde der Menschheit gehen. Shanija wird wieder im Mittelpunkt stehen. Für mich ein Grund nach diesem Zyklus mit Sunquest Schluss zu machen. Der erste Zyklus war trotz der Schwächen zum Ende über weite Teile sehr unterhaltend, so dass ich ihn durchaus weiterempfehlen kann.

Bibliographische Daten

Susan Schwartz:Pulse.
In: Uwe Anton / Susan Schwartz: Sunquest Band 6: Tenebrae.
Fabylon, 2008, 240 Seiten, Taschenbuch,
ISBN: 978-3927071223.

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